Als Baby in die richtigen Hände
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Zwei Männer, ein Baby. Der stolze Vater gibt den Kleinen in die Arme seines Freundes. Wahrscheinlich wird er gesagt haben: „Das wird mal ein ganz großer Fußballer.“ Denn beide Männer sind Fußballverrückte. Der Vater heißt Hermann Badstuber, der Freund ist Hermann Gerland, heute Co-Trainer beim FC Bayern München. Gerland und Badstuber haben sich beim Trainerlehrgang in Köln kennengelernt und angefreundet. meine-FC.de Serie: Die Wurzeln der Nationalspieler
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Bambinis des TSV Rot an der Rot mit Trainer Günther Friedrich. Holger Badstuber (vordere Reihe, 3. v.r.) war damals noch Stürmer
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21 Jahre später ist der kleine Holger ein ganz Großer. Steht bei der WM in der Startelf der deutschen Nationalmannschaft und war in der vergangenen Saison eine der Stützen im Kader des deutschen Meisters. Hermann Gerland hat aus dem Baby einen Champion geformt.
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Am Stammtisch im Gasthaus „Zur Linde“ der oberschwäbischen Gemeinde Rot an der Rot (4.200 Einwohner) gibt es nur ein Thema - Holger Badstuber. „Holgers Erfolg hat das ganze Dorf in Euphorie versetzt. Nicht nur wir Alten sind mächtig stolz, auch die jungen Leute begeistern sich jetzt wieder für Fußball“, sagt Günther Friedrich. Er hat Holger Badstuber von den Bambinis bis zur F-Jugend trainiert. Danach übernahm Vater Badstuber bis zur E-Jugend die Ausbildung.
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Hermann Badstuber galt als Fußball-Kapazität im Ort, prägte zusammen mit seinen sechs Brüdern jahrelang das Gesicht vom „TSV Rot an der Rot 1890“, arbeitete außerdem als Jugendtrainer beim „FC Memmingen“, „SSV Ulm“ und beim „VFB Stuttgart“. Mit Weitsicht lotste Badstuber seinen talentierten Sohn vom Bolzplatz hinter der Klosterkirche, zum „SSV Ulm“. Ein Jahr später wurde der „VFB Stuttgart“ auf den D-Jugend-Spieler aufmerksam. Damals spielte Badstuber noch im Sturm, nicht in der Abwehr und machte pro Saison mehr als 100 Tore. In seiner Freizeit half er dem Vater im elterlichen Sportgeschäft.
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In der C-Jugend holte Gerland das Talent zum FC Bayern München. Der Rest ist Geschichte. Im Februar 2009 unterschrieb Holger Badstuber in Anwesenheit des überstolzen Vaters seinen ersten Profivertrag. Einen Monat später starb Hermann Badstuber mit nur 53 Jahren an Krebs. Den kometenhaften Aufstieg seines Sohnes durfte er nicht mehr erleben. |
TSV Rot an der Rot im Internet: www.tsv-rot.de Text: Gunnar Wiehl | Fotos: Günther Friedrich |
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