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Fußball Royal

In München schlägt das Herz des Hobbyfußballs. Die Royal Bavarian Liga ist eine Liga der Superlative

Kaiser, Uli, Killer-Kalle – das sind die Namen, die Fußball-München prägen. Einige Unerschütterte bangen dazu in Giesing noch um ihre Löwen. Wer meint, die schönste Nebensache der Welt hätte sich mit dem FC Bayern und 1860 München in der bayerischen Hauptstadt erledigt, der täuscht sich gewaltig. Neben Hofbräuhaus, Frauenkirche und dem Englischen Garten hat die Weltstadt mit Herz eine weitere, besondere Attraktion.

Deutschlands Freie und Wilde Ligen, meine-FC-Serie

  • Teil 1: Dortmunder Freizeitfußball
  • Teil 2: Fußball-Hobby-Liga Duisburg
  • Teil 3: Royal Bavarian Liga, (München)
  • Teil 4: Freizeit-Fußball-Liga Bochum
  • Teil 5: Bunte Liga Regensburg
  • Teil 6 Bunte Liga Köln
  • Teil 7: Hobbyfußball Rosenheim
  • Teil 8: Medienliga Berlin-Brandenburg
  • Teil 9: Bunte Liga Aachen
  • Teil 10: Bunte Liga Oldenburg
  • Teil 11: Stadtliga Stuttgart
  • Teil 12: Augsburger Hobbyrunde
  • Teil 13: Bunte Liga Freiburg

 

Finale 2008 im Münchener Olympiastadion
Bajuwarische Kopfballstafetten: Vor nicht ganz ausverkauftem Haus trumpfte der spätere Meister der Royal Bavarian Liga 2008 mächtig auf

 

Seit einem Vierteljahrhundert wird in Deutschlands größter Hobbyliga – der Royal Bavarian Liga (RBL) - Freizeitfußball gespielt. Nach und nach wuchs das kleine Pflänzchen RBL über die Jahre zu einer riesigen Liga an. Inzwischen tummeln sich dort 2000 Aktive in 170 Mannschaften. Königlich ist die Liga nicht nur dem Namen nach: Perfekte Organisation trifft hier auf fußballerische Extraklasse.

 

Zweikampf im Finale 2008

Dramatische Zweikämpfe und schnelle Antritte: Ein Spiel im Münchener Olympiastadion lässt die Herzen der Hobbykicker höher schlagen

 

 

In der RBL steckt jede Menge Liga drin

Der Zustrom ballwütiger Bajuwaren nimmt kein Ende. Unter dem Dach der RBL finden sie alle ein neues Zuhause. Daher teilt sich die RBL in eine 1. Liga, zwei 2. Ligen, und fünf 3. Ligen. Alle die es gemütlich mögen, finden ihre fußballerische Heimat in zwei vierten Ligen, zwei Altherrenligen oder in der Ü 35-Liga. Zudem treten die Teams im Pokalwettbewerb, im Hallenmasters und in der Championsliga gegeneinander an. Wie bei den Profis folgt Pflichtspiel auf Pflichtspiel. Glücklich ist jede Mannschaft, die wie einst Ottmar Hitzfeld ein Rotationsprinzip umsetzen kann, denn neuerdings kommt noch die Copa Bavaria hinzu – eine ambitionierte bayerische Meisterschaft des Freizeitfußballs, die von der RBL jüngst ins Leben gerufen wurde.

Heimliche Hobbyfußball-Hauptstadt

Für die Stärke der Münchener Liga spricht, dass zwei Teams aus der RBL das Finale der neuen Copa Bavaria erreichten. Beim gesamt-bayerischen Kräftemessen kam es zum Kampf zweier Giganten der Großstadt. Die derzeitigen Tabellenführer der RBL -„Die Söhne Münchens“ - zeigen sich in dieser Saison in bester Spiellaune und konnten 3 Jahre in Folge sowohl die Championsliga als auch den Pokalwettbewerb für sich entscheiden.

Alles andere als ein unbeschriebenes Blatt war der Finalgegner 1. FC Fußballklub. Der amtierende RBL-Meister gewann 2008 den Titel auf dem Traditionsturnier der Münchener Abendzeitung (AZ-Turnier) vor nicht ganz ausverkauftem Haus im Münchener Olympiastadion. Hochspannung war somit in diesem Duell programmiert. Unerwartet deutlich setzten sich die „Söhne Münchens“ jedoch mit 5:0 durch. Nach dem Verlauf des Turniers überraschte dieser Erfolg aber nur noch Fußballblinde - zu geschlossen und dominant präsentierte sich der verdiente neue bayerische Freizeitfußballmeister in den Vorrunden. Dritter wurde der amtierende bayerische Hallenmeister AC Barolo.

 

Söhne Münchens 2008

So sehen Sieger aus: Der 1. FC Fußballklub setzte sich 2008 beim traditionsreichen Turnier der Münchener Abendzeitung durch

 

 

Zwischen Glanz und Gaudi

Bei so vielen Erfolgen liegt der Gedanke nahe, es handle sich bei Royal Bavarian Liga um eine bessere Bezirksliga unter falscher Flagge. Weit gefehlt, denn auch in München zählt in erster Linie der Spaß am Sport, und daher dürfen maximal zwei Kreisklassekicker pro Mannschaft auf dem Feld stehen. Eine gute Planung führt nicht zwangsläufig zur Aufgabe früherer Ideale oder zu einer Überflutung mit höherklassigen Spielern. Zwar steigt in der Spitze merklich die Klasse, doch auch im 25. Jahr gelingt in München die Gratwanderung zwischen fußballerischem Glanz und der Gaudi. Der „Fuaßboi“ hat mit der RBL in jedem Fall seinen Stammplatz zwischen Lebekäs und Wiesn gefunden und wird auch in Zukunft in München und Umgebung weiter für Furore sorgen. Schau’n mer mal.

 

Text: Gunnar Wiehl | Fotos: Mike Schmalz

 

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